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Struktur des WrK

Achtung, fertig, WrK!

Die Idee des Wissensverbundes regionale Kultur

Mit dem Vorhaben „Wissensverbund regionale Kultur“ (WrK) sollen anhand von drei Pilotregionen die strukturellen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilhabe der Menschen an kulturellen Aktivitäten in strukturschwachen ländlichen Räumen untersucht und gestärkt werden. Ziel ist es, dass die Regionen regelmäßig in Vernetzungs- und Fachtreffen zusammenkommen und so voneinander lernen, wie kulturelle Teilhabe vor Ort ermöglicht wird. Am Ende der Projektlaufzeit sollen seitens der Auftragnehmenden Handlungsempfehlungen für die Regionen und den Bund entwickelt werden, wie die kulturelle Teilhabe und die regionale und kulturelle Identität der Bürgerinnen und Bürger gestärkt bzw. erhalten werden kann. An den Vernetzungstreffen beteiligen sich sowohl Kulturbeauftragte aus den Verwaltungen der teilnehmenden Regionen als auch unabhängige Kulturakteurinnen und -akteure aus ortsansässigen Vereinen, Netzwerken und anderen Initiativen. Je nach Themenschwerpunkt nimmt eine Auswahl der genannten Personen an den geplanten Fachtreffen teil, die dazu dienen, vertiefend einzelne Aspekte der kulturellen Teilhabe zu beleuchten.

Pilotregionen: Görlitz, Emsland, Prignitz

Deutschlandkarte mit drei Zitaten
Quelle: Cluster Projekte

Abbildung „Zitate aus den Pilotregionen“ (Bildnachweis Cluster Projekte)

Görlitz, Emsland und Prignitz: Drei ländliche Regionen, jede mit ihren eigenen Kulturschätzen, aber auch strukturellen Herausforderungen. Die drei Regionen verbindet der Wille, als Pilotregionen den „Wissensverbund regionale Kultur“ aufzubauen und zu formen. Auf dem Weg zur Auswahl dieser motivierten Regionen haben sich die beauftragten Büros, mensch und region in Zusammenarbeit mit Sebastian Cunitz aus Hannover sowie die Cluster Projekte GmbH aus Hildesheim, als Analystinnen, Fragenstellerinnen und Spinnennetzweberinnen betätigt.

Wege aus dem Dickicht

Im Nachhinein erscheint einem der Weg, den man gegangen ist, als klarer Pfad im Dickicht, doch während man geht, scheint es unendlich viele Möglichkeiten zum Richtungswechsel, sogar zum Holzweg, zu geben. Daher merkt man diesem Praxisbericht die vielen Stunden heißer Diskussionen, die in die Konzeption eingeflossen sind, nicht an. Bleibt nur die Bemerkung, dass es sie gegeben hat und diese Gespräche wichtige Grundlage für alle kommenden Herausforderungen sind.

Potenziell standen uns mehrere Regionen zur Verfügung, die die Kriterien sowohl der Ländlichkeit als auch der Strukturschwäche erfüllen. Daher haben wir uns im ersten Schritt diese Regionen etwas genauer angeschaut mit dem Ziel, verschiedene Gegenden Deutschlands abzudecken. Wir untersuchten nun die strukturellen harten Faktoren (Wirtschaftslage, demografische Entwicklung, Bildung etc.) anhand vorhandener Daten aus dem Deutschlandatlas. Ebenso haben wir kulturspezifische Faktoren mit Bezug zur regionalen Kultur und regionalen Identität (Kulturstrukturen und -aktivitäten, bestehende Netzwerke und kulturelle Teilhabeangebote, identitätsstiftende Besonderheiten etc.) analysiert. Zur Erfassung dieser kulturspezifischen Faktoren wurde eine qualitative Online-Befragung erstellt, an welcher sich Kulturbeauftragte der Verwaltungen sowie unabhängige Kulturakteurinnen und -akteure aus den zur Auswahl stehenden Regionen beteiligten. Um die Faktoren auf einen Blick vergleichen zu können, wurde eine Spinnennetzgrafik angefertigt. Beispielhaft ist nachfolgend eine Grafik zu den strukturellen harten Faktoren dargestellt.

Infografik: Auswertung potenzielle Pilotregionen
Grafik „Auswertung potenzielle Pilotregionen – Harte Faktoren“ Grafik erstellt auf Basis der Daten aus Deutschlandatlas.bund.de Quelle: mensch und region

Grafik „Auswertung potenzielle Pilotregionen – Harte Faktoren“ (Bildnachweis: mensch und region, Grafik erstellt auf Basis der Daten aus Deutschlandatlas.bund.de)

Motivation als Schlüsselfaktor

Schon bald waren wir uns einig, dass die Rolle als Pilotregion einiges an Motivation der Beteiligten mitbringen muss. Um einen Wissensverbund aufzubauen, braucht es die Bereitschaft, an Vernetzungs- und Fachtreffen teilzunehmen und ggf. Reisekosten und -zeiten zu übernehmen. In den Regionen selbst müssen die Mitglieder der Steuerungsgruppen als Multiplikatoren und Multiplikatorinnen fungieren, um Umsetzungspotenziale vor Ort zu diskutieren.

Grafik „Struktur des WrK“

Kurz, es ist uns wichtig, dass die beteiligten Akteurinnen und Akteure der Pilotregionen motiviert sind, den Wissensverbund zu bereichern. Zu diesem Zweck haben wir einen Fragebogen entwickelt, der neben der Innensicht auf strukturelle Gegebenheiten vor Ort und weiche Faktoren im Kulturbereich auch die Motivation der Akteurinnen und Akteure der einzelnen Regionen abfragte. Dieses Vorgehen hat sich als sehr günstig herausgestellt, da einige Regionen nun direkt einschätzen konnten, ob sie den Aufwand als Pilotregion am Wissensverbund regionale Kultur bewältigen können oder wollen. Am Ende blieben fünf Regionen, die aufgrund der Auswertung der harten und weichen Faktoren in die engere Wahl gerückt sind.

Nach intensiven Diskussionen wurden die Landkreise Görlitz, Emsland und Prignitz als Pilotregionen ausgewählt. Neben dem Erfahrungs- und Wissensaustausch in den geplanten Vernetzungs- und Fachtreffen sowie der Beratung und Unterstützung durch die beauftragten Büros erhalten die drei Pilotregionen eine Analyse ihrer Kulturaktivitäten und -strukturen mittels qualitativer Befragungen und quantitativer Erhebungen vor Ort.

Regionen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht Pilotregion werden konnten, aber eine hohe Motivation zur Teilnahme aufwiesen, sollten unbedingt eingebunden werden. So entstand die Idee der assoziierten Regionen, die sich an den Vernetzungs- und Fachtreffen beteiligen können.

Zusätzlich wird ein Beirat eingerichtet. Dieser besteht aus wenigen, aber für den Aufbau des Wissensverbundes wichtigen Personen. Er soll „von außen“ auf Inhalte und Strukturaufbau blicken und so den sog. „blinden Fleck“ des hier entstehenden Netzwerkes aufhellen, Fragen stellen und auf bisher ggf. nicht Bedachtes hinweisen.

Beim ersten Vernetzungstreffen haben sich die drei Pilotregionen und die assoziierten Regionen persönlich – leider zunächst nur digital – kennengelernt und viele bereits entstandene Fragen und viele neue Ideen und Vorgehensweisen diskutiert.

Wie geht es weiter?

Im nächsten Schritt werden sich die beteiligten Regionen im Rahmen des ersten Fachtreffens u.a. vertiefend mit der Einbindung verschiedener Zielgruppen in kulturelle Aktivitäten befassen und dabei beispielhaft für weitere Personengruppen einen besondereren Fokus auf Jugendliche und junge Erwachsene legen.
Wir sind gespannt, welche Wege das Projekt im weiteren Verlauf einschlagen wird!

Autorinnen und Autoren: Anke Persson, Birgit Böhm, Linda Böhm, Fabian Böttcher, Sebastian Cunitz

Keyfacts

  • Die Landkreise Görlitz, Emsland und Prignitz wurden als Pilotregionen ausgewählt. Neben dem Erfahrungs- und Wissensaustausch in den geplanten Vernetzungs- und Fachtreffen sowie der Beratung und Unterstützung durch die beauftragten Büros erhalten die drei Pilotregionen eine Analyse ihrer Kulturaktivitäten und -strukturen mittels qualitativer Befragungen und quantitativer Erhebungen vor Ort.
  • Regionen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht Pilotregion werden konnten, aber eine hohe Motivation zur Teilnahme aufwiesen, sollten unbedingt eingebunden werden. So entstand die Idee der assoziierten Regionen, die sich an den Vernetzungs- und Fachtreffen beteiligen können.
  • Zusätzlich wird ein Beirat eingerichtet. Dieser besteht aus wenigen, aber für den Aufbau des Wissensverbundes wichtigen Personen. Er soll „von außen“ auf Inhalte und Strukturaufbau blicken und so den sog. „blinden Fleck“ des hier entstehenden Netzwerkes aufhellen, Fragen stellen und auf bisher ggf. nicht Bedachtes hinweisen.

Ein Programm des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI) in Zusammenarbeit mit Bild-Dokument für das Frontend