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Auftakt für einen bundesweiten Wissensverbund für regionale Kultur

Datum:

Erstes Vernetzungstreffen Wissensverbung regionale Kultur
Quelle: Cluster Projekte GmbH

Ein deutschlandweites Netzwerk entsteht, um in ländlichen, strukturschwachen Regionen Rahmenbedingungen, Projekte und Motivation zur positiven Entwicklung der regionalen Kultur zu stärken.
Bei der Auftaktveranstaltung waren über 20 Vertreterinnen und Vertreter aus sechs Kommunen aus ganz Deutschland vertreten.

Kultur bietet Anlass für zwischenmenschliche Begegnungen und ist damit ein Medium für soziales Vertrauen und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie fördert gleichzeitig die Identifikation der Menschen mit ihrer Region und macht die Region für potenzielle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, touristische Gäste und Neubürgerinnen und -bürger attraktiv. Doch wie können Regionen mit starker ländlicher Prägung sowie strukturellen Herausforderungen diese Potenziale entfalten? Welche Rahmenbedingungen sind nötig, um gleichwertige Lebensverhältnisse in ländlichen Regionen auch im kulturellen Bereich zu befördern? Diesen und weiteren Fragen geht der Wissensverbund regionale Kultur als bundesweites Pilotvorhaben des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) nach. Im ersten Schritt haben sich sechs Regionen aus ganz Deutschland im Rahmen eines digitalen Vernetzungstreffens auf den Weg gemacht, die Idee des Verbunds mit Leben zu füllen.

Mit der Gründung des Wissensverbundes regionale Kultur wurden die Büros „mensch und region, Birgit Böhm, Wolfgang Kleine-Limberg GbR, Nachhaltige Prozess- und Regionalentwicklung" aus Hannover in Kooperation mit Sebastian Cunitz, Einzelunternehmer und Mitgründer und Geschäftsführer des Cameo-Kollektivs e.V. und die „Cluster Projekte GmbH“ aus Hildesheim beauftragt.

Vor der ganztägig durchgeführten digitalen Auftaktveranstaltung gab es eine Reihe von vorbereitenden Arbeitsphasen. Im ersten Schritt galt es, geeignete Regionen für den Aufbau des Wissensverbunds zu identifizieren. Hierzu haben die beauftragten Büros einen Kriterienkatalog erstellt und potenzielle Pilotregionen in ganz Deutschland untersucht, die in die engere Wahl kamen. Im Auswahlverfahren verdichteten sich die Ergebnisse für den Landkreis Prignitz, den Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien und den Landkreis Emsland als Pilotregionen. Die Entscheidung fiel den Büros nicht leicht, denn drei weitere hochmotivierte Regionen haben ebenfalls die Kriterien erfüllt. So wurden die drei Regionen Landkreis Anhalt-Bitterfeld, Kreis Dithmarschen und Landkreis Südwest-Pfalz assoziierte Regionen bei der Gründung des Wissensverbundes. Damit fand schon gleich zu Beginn der erste Anpassungs- und Lernprozess des Wissensverbunds statt, der durch die Beteiligung und das Interesse der Regionen angeregt wird und in Zukunft fortgeführt werden soll.

Das erste Vernetzungstreffen war geprägt von vielen Übereinstimmungen in Bezug auf Chancen und Risiken der kulturellen Teilhabe in den Regionen, es wurde zudem deutlich, dass die Regionen sehr unterschiedliche Voraussetzungen und Herausforderungen im Hinblick auf die Entwicklung kultureller Teilhabe und kulturellen Angeboten aufweisen. Schon in diesem Treffen tauschten sich die Teilnehmenden über erste Ideen und wegweisende Beispiele aus.

Die über 20 Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Regionen waren sich einig, dass der Mobilität im ländlichen Raum eine Schlüsselfunktion für das Gelingen kultureller Teilhabe zukommt. Neue Mobilitätskonzepte sind erforderlich, um ein höheres Maß an Beteiligung zu ermöglichen. Einigkeit herrschte auch in Bezug auf die Herausforderungen und Chancen der Zukunft: So bietet die Digitalisierung einerseits ein großes Potenzial für die kulturelle Teilhabe, gleichzeitig kann fehlende digitale Infrastruktur ein Hemmnis darstellen, ebenso wie eine geringe Medienbildung bzw. Bildung im Umgang mit digitalen Anwendungen. Auch die Einbindung von jungen Menschen und deren Beteiligung ist allen Regionen ein Anliegen. Zuletzt diskutierten die Teilnehmenden, was es braucht, um sich selbst „bei der Stange" zu halten und den Wissensverbund weiterzuentwickeln. Hier wird der Austausch zwischen Regionen mit ähnlicher Ausgangslage helfen, neue Ideen zu entwickeln und so das Rad nicht immer neu erfinden zu müssen, während die Unterschiedlichkeit der Regionen zur gegenseitigen Befruchtung und Ideenvielfalt führen kann. Das erste Vernetzungstreffen hat wichtige Weichen für die zukünftige Ausrichtung und die Arbeit des Wissensverbunds gestellt.

Der Wissensverbund wird sich in den nächsten zwei Jahren in Vernetzungs- und Fachtreffen regelmäßig austauschen. So sind Arbeitsgruppen zu Schwerpunktthemen, wie zum Beispiel Jugendbeteiligung, geplant. Außerdem erfolgt in den drei Pilotregionen eine wissenschaftliche Untersuchung der strukturellen Voraussetzungen, um Erkenntnisse für die weitere inhaltliche Arbeit zu gewinnen.
Neben der vertieften Analyse der drei Pilotregionen steht die Entwicklung einer Wissensdatenbank an, in der die Arbeit des Wissensverbunds gebündelt und aufbereitet werden und eine Vernetzung angeregt wird. In Zukunft - so hoffen BMI, BBSR, die durchführenden Büros und die Teilnehmenden der Regionen, sollen viele weitere ländliche, strukturschwache Regionen dem Wissensverbund beitreten und diesen als Chance begreifen, Vernetzung zu fördern und so dazu beizutragen, dass die Rahmenbedingungen, Projekte und Motivation der regionalen Kultur gestärkt werden.

Mehr Informationen über den Wissensverbund regionale Kultur finden Sie hier.

Ein Programm des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat in Zusammenarbeit mit Bild-Dokument für das Frontend